Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 34/06 vom 23.08.2006

Sex

Hirnverlust Hat wer die Geschichte mitbekommen von dem US-Richter, den man zu vier Jahren Haft verurteilt hat, weil er sich während der Verhandlungen dauernd mit einer Penispumpe vergnügte? Eine maßlos unfaire Strafe, immerhin beteuert der Arme, er hätte das Ding gedankenverloren verwendet, ohne lustvolle Absicht. Ein beängstigendes Phänomen, so ein partieller Kontrollverlust über Fetischhandlungen am eigenen Körper. Das kann einem ja auch mit anderen Dingen passieren. Man stelle sich vor, man sitzt als Mann so im 5er und denkt sich auf einmal: "Verdammt nochmal, wie kommt denn da der Rasenmäher auf mein Genital!" Ich bin mir sicher, so was passiert häufig, und die Medien verschweigen es absichtlich, um keine Massenpanik aufkommen zu lassen. Vielleicht sind ja die Handystrahlungen schuld. Oder genmanipuliertes Essen. Ich meinerseits habe aus diesem Fall gelernt: Um das Unterbewusstsein nicht unnötig zu reizen, rate ich allen Frauen, die gefährliche Nähe von z.B. Pfefferstreuern oder auch Hydranten zu meiden.

HEIDI LIST

Fussball

Selbstvertrauen Der Platzsprecher des Horrstadions geht mit seinem Gesülze von der "Austria-Familie" nicht gerade als cooler Hund durch, aber mit dem Herz bei der Sache ist er. "Vergess ma das Spiel, Hauptsache drei Punkte", grantelte er nach einem mühsamen Sieg im Titelkampf, beim ausverkauften Entscheidungsmatch pflaumte er die Zuschauer an: "Wo wards ihr das ganze Jahr?" Vor der ersten Champions-League-Quali gegen Benfica demonstrierte der Einpeitscher das für die Austria typische Selbstvertrauen: "Auch wenn's nicht läuft - bitte ned pfeifen!" Das zweite Spiel gegen die Lissaboner fand dienstags nach Redaktionsschluss statt, die Violetten sind mittlerweile wohl rausgeflogen. Oder? Ein unjournalistischer Wunsch: Möge die Realität diese Kolumne überholt haben. GERALD JOHN


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