Krieg essen Sprache auf

Steiermark Kultur | Thomas Wolkinger | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

LITERATUR Die Grazer Stadtschreiberin MarusÇa Krese legt mit "Alle meine Kriege" ein ebenso poetisches wie hartes Buch über den Krieg vor. Ein Gespräch über "wirkliches Tun", den Blick des Schriftstellers, über Mad Max und Peter Handke.

Wenn MarusÇa Krese auf dem Weg ins Cerrini-Schlössel, das sie als Stadtschreiberin ein Jahr lang bewohnt hat, aus dem Lift auf den Grazer Schloßberg tritt, fällt ihr Blick zuerst auf einen Feigenbaum. "Aus irgendeinem Grund wirkt Graz südlicher als Ljubljana", sagt Krese, die ihre Heimatstadt schon in den Achtzigerjahren gegen Tübingen und Berlin eingetauscht hatte. Damals in dem Wissen, jederzeit auch wieder zurück in ihr "Jugoslavija" zu können, das ihr nie nur die kommunistische Diktatur war, wie sie in den Medien vereinfacht dargestellt wurde, sondern immer auch ein offenes Land, das versucht hat, einen eigenständigen Weg zu gehen.

Seit den aufkeimenden Nationalismen und den Kriegen um die Unabhängigkeit Sloweniens, Kroatiens und Bosniens,


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