Glanz der Gegenkultur

Steiermark Kultur | Tiz Schaffer | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

KUNSTGESCHICHTE "Golden Years" beleuchtet die von der offiziellen Geschichtsschreibung weitgehend ignorierte queere Subkultur der Sechziger.

Jack is the daddy of us all", sagte der amerikanische Regisseur und Schauspieler Charles Ludlam über den Filmemacher und Autor Jack Smith und spielt damit auf den überragenden Einfluss des Wegbereiters des amerikanischen Undergroundfilms an. Noch bevor Andy Warhol oder John Waters mit "queeren" - verkürzt gesagt "schwulen" oder "lesbischen" und erweitert betrachtet "gegenkulturellen" - Elementen oder "Dragästhetik" hantierten und sich dabei von Smith inspirieren ließen, legte der 1989 in New York verstorbene Künstler obendrein auch den Grundstein für "Camp", ein bewusstes Spiel mit billig-trashigen Produktionsmitteln, die sich ungeniert an amerikanischer Popkultur bedienen. Der Geist seiner Arbeit lebt aber auch in der Androgynität des Glamrock weiter, und selbst im Punk, den Künstlerstar Mike Kelley hier als den "letzten Seufzer des Avantgardismus


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