Leben nach dem Berg

Ingrid Brodnig | Steiermark Stadtleben | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

STADTENTWICKLUNG Eisenerz, einst das Herz der steirischen Schwermetallindustrie, ist heute eine altersschwache Geisterstadt. Als erste Stadt Österreichs soll Eisenerz nun rückgebaut werden. Ein Bekenntnis zur Schrumpfung und ein Versuch der Neufindung.

Die Leute in Eisenerz waren immer sehr auf den Erzberg eingestellt. Der Wassermann hat ja gesagt: ,Eisenerz auf immerdar.' Da hat man's übersehen, in andere Sachen zu investieren - zum Beispiel in den Fremdenverkehr." Für ihr Alter hat Margaretha Maringer noch ziemlich viel Durchblick. Mit ihren 85 Jahren stellt sie in Eisenerz aber keine große Ausnahme dar: In ganz Österreich gibt es keine Gemeinde, in der der Altersdurchschnitt höher ist. Fast jeder Zweite ist hier über 60. Vorbei sind die Tage, in denen man sich um 50-Quadratmeterwohnungen stritt: Die Stadt am Erzberg schrumpfte um mehr als die Hälfte. Während es 1956 fast 12.700 Einwohner gab, sind es heute geschätzte 5700. So ein Rückgang hinterlässt Spuren: Geschlossene

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