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Golden Girls

Politik | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

Na so was, die Leute werden immer älter und wollen tatsächlich bis zuletzt in ihren eigenen vier Wänden leben und nicht in irgendeinem Heim aufs Sterben warten! Die Politiker tun jetzt so, als wären das überraschend neue Erkenntnisse, und werfen nur so mit konstruktiven Vorschlägen um sich, wie die schon seit Jahren bestehende Pflegemisere wahlkampfgerecht in den Griff zu bekommen wäre. Abgesehen von absurden Ideen wie Arbeitslose doch einfach zu Pflegern umzuschulen oder ein Au-pair-Modell als Antwort auf den Pflegenotstand aufzubauen (BZÖ), greifen aber auch vernünftigere Vorschläge zu kurz. Nun will etwa die SPÖ mit einer Neuregelung des Kollektivvertrags für Pflegedienste bei der Betreuung zwischen tatsächlicher Arbeit und reiner Präsenz im Haushalt unterscheiden, damit soll die Betreuung "legal und leistbar" werden. Ein von der FPÖ vorgeschlagenes Pflegesemester für Medizinstudenten oder die von einigen Seiten geforderte Erhöhung des Pflegegeldes lösen das Problem sicher auch nicht. Dazu bräuchte es einen Komplettumbau des Pflegebereichs, der weit über die Legalisierung der 40.000 illegalen Pfleger im Land hinausgeht. Wie viel diese Neuorganisation genau kosten würde, ist noch völlig unklar. Aber auch wir sollten uns schon einmal andere innovative Lebensmodelle überlegen. Warum nicht im Alter in einer betreuten Golden-Girls-WG wohnen? J. O.


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