Geheime Schwestern

Julia Ortner | Politik | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

PFLEGE Politiker übertrumpfen sich jetzt gegenseitig mit Wahlkampfideen zur Pflegemisere. Die Betroffenen müssen derweil schauen, wie sie mit ihren Alten zurechtkommen - was ohne illegale Pfleger kaum möglich ist. Eine Angehörige erzählt.

So also sieht eine moderne Sklavenhalterin aus, interessant. Caroline Meiser*, kultiviert, freundlich, zurückhaltend, beutet arme Slowakinnen aus. Die 45-jährige Freiberuflerin aus Wien hat nämlich zwei Frauen aus der Slowakei angeheuert, die abwechselnd ihre demenzkranken Eltern versorgen, 24 Stunden am Tag für fünfzig Euro. "Ich habe mich wahnsinnig darüber aufgeregt, wie wir Angehörige in der Pflegediskussion teilweise dargestellt werden: als ob wir die Pflegerinnen ausnehmen würden. Dabei wollen sie doch auch hier arbeiten", schimpft Meiser. Und zu dem Ärger kommt auch noch die Angst vor den Behörden. Der Frau drohen wegen illegaler Ausländerbeschäftigung bis zu 10.000 Euro Strafe.

Sie ist nicht alleine mit ihrer Panik. In der niederösterreichischen

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