Mann im Schatten

Medien | Gerald John | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

ORF Pius Strobl trug maßgeblich zum Umsturz im ORF bei. Seit einem Vierteljahrhundert bastelt der grüne Taktiker beharrlich an seiner eigenen und anderen Karrieren - und hinterlässt dabei in der Stadt viele Spuren.

Der Vater war abgehauen. Die Mutter an der asiatischen Grippe gestorben, weil ihr der Arzt nicht gratis Penicillin spritzen wollte. Also wuchs der kleine Pius, ein Kind der Fünfziger, bei seiner Oma auf. Am Leib trug der Waisenknabe stets, was die Mattersburger der Altkleidersammlung opferten. Bis ihm der Mann von der Fürsorge eine Freude machen wollte. "Such dir diesmal zwei Paar aus", bot ihm der Samariter an und begann in einem Berg abgetragener Schuhe zu kramen. Seit diesem Tag ließ sich Pius bei der Almosenausgabe nicht mehr blicken.

"Damals habe ich mir geschworen, nie mehr in Armut zu leben", erzählt Pius Strobl heute, 35 Jahre danach. Der Schlucker von einst trägt eine Rolex, Parfum und einen Wohlstandsbauch, er trinkt italienische Weine und fährt zu den Festspielen


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