FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

Gepflegte Düsternis hat leider kaum mehr Platz in der Fernseh-Mainstreamunterhaltung. Eine Frechheit, wie sie jetzt das zuvor angenehm finstere "CSI New York" so aufgehellt haben, dass es ausschaut wie jede andere fade Hochglanzkrimiserie auch - den Zusehern sei das Format zuvor "zu finster" gewesen. Eine Niederlage des guten Geschmacks. Fein, dass stattdessen die neue US-Serie "Criminal Minds" (ATV, Mo., ab 22 Uhr) für düstere Fernsehmomente sorgt. Der leicht schwermütige, aber geniale FBI-Profiler Jason Gideon samt seinem Team von der berüchtigten "Behavorial Analysis Unit", schlicht BAU genannt, verarztet fiese Frauenschänder, mutterfixierte Serienkiller und verschlagene Briefbomber, dass es nur so eine Freude ist. Hauptsache, der Fall ist abartig und bizarr genug, denn die FBI-Leute aus Quantico kümmern sich nur um die interessanten Täter. Dabei riskiert Gideon immer wieder einen Blick direkt in die Seele des Mörders - grauslich, aber spannend. Klingt irgendwie sehr nach dem "Schweigen der Lämmer". Nur dass Hauptdarsteller Mandy Patinikin nicht so schöne kalte blaue Augen hat wie Jodie Foster.


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