Kommentar

Brennen muss die VIP-Lounge!

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

Die Kultur braucht Kapital, das Kapital kann eventuell auch mit Kultur was anfangen, und Kulturpolitik besteht zu circa 82,6 Prozent daraus, dieses Faktum mit pathetischen Gesten zu ornamentieren.

Auf tritt der Kulturstaatssekretär, der dann ein Jazzfest im Pinzgau zum archimedischen Punkt erklärt, über den die Welt aus den Angeln zu heben sei. Dem Bund selber ist die "Rettung" des Festivals, das verschuldungsbedingt im vorigen Jahr nicht stattfand, vergleichsweise läppische 30.000 Euro wert, und das obwohl Saalfelden eigentlich exakt der Morak'schen Maxime entspräche, verstärkt in die Regionen zu investieren (Stichwort: Oberzeyring).

Nun ist das Festival (das Budget von 550.000 Euro wird zu vierzig Prozent von Bund, Land und Gemeinde übernommen, der Rest kommt von Sponsoren und vom Kartenverkauf) am vergangenen Wochenende zum 27. Mal über die Bühne gegangen, vor allem, weil der Tourismusverband sich entschlossen hat, zu investieren und die Haftung zu übernehmen.

Gut so! Und dennoch


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