Zahnschmerz in der Ferse

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

MUSIK Mit "Modern Times" hat Bob Dylan nach fünf Jahren wieder ein Album gemacht. Angeblich ist es ein Meisterwerk.

Keine Frage, die Welt geht den Bach hinunter, das hat gerade Bob Dylan immer schon gewusst: "The World Gone Wrong" oder "Time Out of Mind" hießen zwei Alben aus den Neunzigerjahren, und auch auf dem soeben erschienenen "Modern Times" verfinstert sie sich verlässlich: "The world has gone black before my eyes", heißt es in dem Song "Nettie More", in dem Dylan mit brüchiger, an Waits'scher Weinerlichkeit entlangschrammender Stimme von der Liebe in Zeiten der universalen Unbehaustheit und des generellen Gagaseins singt und "world gone berserk" auf "too much paper work" reimt. Das Böse, wir haben's immer schon geahnt, kommt aus den Büros. Apokalypse in der Rundablage!

Gaaanz schlecht kann die Welt aber nicht sein, auch wenn der Mann mit den säuerlich geschürzten Lippen nicht viel auf sie gibt. Immerhin kann sich Dylan auch nach seinem 44. Album (wir glauben hier einfach


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