Mit vollen Satteltaschen

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

WESTERN I Das Filmmuseum zeigt US-Western der Fünfzigerjahre. Diese schreiben das amerikanische Nationalepos weiter, tragen aber schwer an einer Geschichte, die sie zugleich verdrängen und freilegen.

Ein paar Leute, unter ihnen ein baumlanger Kerl im feinsten Sonntagsanzug, warten am Bahnsteig auf die Ankunft des nächsten Zugs. In seiner Ledertasche trägt er die Ersparnisse und Hoffnungen einer ganzen Ortschaft mit sich; die Einwohner von Good Hope haben sie ihm anvertraut, um in der Großstadt eine Lehrerin für die neue Schule ihres weit abgelegenen Westernstädtchens anzuwerben. Link Jones, der Name dieses reformierten Outlaws, spricht Bände; er ist das Bindeglied zwischen dem alten Westen und dem neuen, der prototypische Westernheld also. Dann fährt der Zug ein und etwas, das man so nie wieder im Kino gesehen hat, geschieht. Link, gespielt von Gary Cooper, einer der Ikonen dieses amerikanischsten aller Filmgenres schlechthin, weicht vor dem stählernen Ungetüm rasch einen Schritt


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