STREIFENWEISE

Kultur | Joachim Schätz, Gerhard Midding | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

Bruder und Schwester sitzen aufgewühlt auf der Couch und erzählen einander, was ihnen beim Begräbnis des Vaters durch den Kopf gegangen ist: Film als Familientherapie zum wohlig betroffenen Einfühlen. Besagter Vater war Horst Buchholz, deutscher Jungstar der Fünfziger mit Auftritten in internationalen Produktionen wie Billy Wilders "Eins, zwei, drei" - und schließlich auch verstörender Hauptdarsteller dieses Dokumentarfilms: "Horst Buchholz ... mein Papa". In dessen Zentrum stehen die Gespräche, die Sohn Christopher mit seinem Vater vor dessen Tod 2003 geführt hat. Mit ausgezehrtem Gesicht, von Unterernährung und Alkoholkonsum gezeichnet und sichtlich herausgefordert von den unnachgiebigen Fragen seines Sohnes, redet Buchholz stockend über seine Depressionen, seine Bisexualität, seinen Karriereknick. Faszinierend ist das nicht so sehr aufgrund der "intimen Einblicke" in ein kaputtes Prominentenleben oder wegen des emphatischen Mitleidensgestus, den Christopher und Co-Regisseurin


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