AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

Als Gegengewicht zur Kulturförderung der deutschen Bundesländer wurde 2002 die Kulturstiftung des Bundes mit Sitz in Halle an der Saale gegründet. Mittel-und Osteuropa sind Themenschwerpunkte der von der ehemaligen Wiener-Festwochen-Kuratorin Hortensia Völckers geleiteten Institution. Unter dem Titel "The Post-Communist Condition" wurde die Situation beleuchtet, in der Intellektuelle und Künstler nach dem Ende des Kommunismus 1989 arbeiten. Projektleiter Boris Groys gab zwei Bände mit Texten aus der Zeit der russischen Revolution heraus. Es sind Materialsammlungen mit zahlreichen bisher noch nicht ins Deutsche übersetzten Texten.

Der Band über "Biopolitische Utopien" führt zurück in die Präsowjetära zu Nikola Fedorov, der Ende des 19. Jahrhunderts eine "Philosophie der gemeinsamen Tat" entwickelte. Fedorov propagierte die Unsterblichkeit der Menschen, nicht nur der lebenden, sondern auch der verstorbenen. Sein Vorbild war das Museum, in denen den Dingen ewiges Leben geschenkt


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