Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

SEX

Wechselspiele Am Nebentisch philosophierten zwei etwa 13-jährige Knaben über die Vorzüge der Erotik von älteren Frauen. In diesem Fall übrigens ein Mädel Anfang zwanzig. Während ich mir den prompten Einwurf von Östrogenen überlegte, dem nahenden Wechsel ist dringend vorzubeugen, durfte ich des Weiteren erfahren: "Die Alten brauchen nimmer zu schmusen." "Wieso?" "Weil sie das schon können." "Achso. I moch des eh gern." "Nein, solange sie schmusen, machen sie sonst nichts." "Wie kommst auf das?" "Mein Bruder sagt das. Und der hat schon zwei Kinder." Die Möglichkeit, dass die weibliche Generation meiner noch ungezeugten Tochter eines Tages ausschließlich mit solchen Multitasknulpen konfrontiert sein wird, lässt die These erhärten, dass die Heterofrauen wohlverdient zur Minderheit werden. Ich überlegte kurz, ob ich mich den Diskutanten als jene Greisin offenbaren soll, die noch mit dramaturgischer Ungewissheit liebt. Aber ich fühlte mich zu schwach. Sicher das viele entkräftende Handwerk beim Schmusen.

HEIDI LIST

Fussball

Löwenherz "Scharner hat ein Herz wie ein Löwe, aber ein Hirn wie ein Delphin wäre besser", ätzte Didi Kühbauer, und Hans Krankl meinte

ungerührt: "Wenn einer spinnt, muss man die Konsequenzen ziehen." Die beiden Pointenschleuderer fällten ihre Urteile nach dem miserablen Ländermatch gegen Ungarn (1:2) mit prophetischer Weitsicht. Ein paar Tage später zickte Mittelfeldspieler Paul Scharner tatsächlich wieder einmal herum und verweigerte den Dienst - diesmal in der Nationalmannschaft. Als Bedingung für ein Comeback im Team fordert der Englandlegionär das Engagement seines persönlichen Spezialtrainers Valentin Hobel. Scharner hat nämlich nicht nur Flausen im Kopf, sondern auch einen Mentalcoach. Fragt sich, was zuerst da war.

GERALD JOHN


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