Eulen

Stadtleben | Tex Rubinowitz | aus FALTER 35/06 vom 30.08.2006

RUBINOWIEN In Teil vier der Sommerserie geht es um Uhuvögel und seltsame Rituale in Wienerwald-Gastgärten.

Wer hat eigentlich behauptet, Eulen seien weise, abgeklärt und dauernd müde? Ich würde sagen, sie sind etwas begriffsstutzig und leicht zu verunsichern. Es gibt nämlich einen Uhu (Bubo Bubo) im Tierpark Schönbrunn, der seinen Stall direkt neben dem eines Kolkraben hat, eines wirklich ausgeschlafenen Burschen, der zum Zeitvertreib den Nachbar verarscht. Einmal war ich Zeuge, wie er ununterbrochen den Uhu zuerst akustisch imitierte: "Huhuu, Huhuu". Als der Uhu nur missmutig den Kopf mehrfach um 360 Grad drehte und dann, in einer Art Abwehrreaktion, seinen Hals wie eine Klobürste bauschte, machte ihm die Krähe das dann auch noch nach. Dem Eulenvogel wurde es zu bunt, ihm platzte der sprichwörtliche Kragen und er verzog sich hinter ein blickdichtes Gestrüpp, wahrscheinlich um zu weinen. Zur Belohnung für diese beachtliche Show schnipste ich dem rabenschwarz gefiederten Gevatter


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