"Alle anderen ins Heim"

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 36/06 vom 06.09.2006

PFLEGE Bettina Gardlo, Chefin einer großen Vermittlungsagentur für slowakische Pflegerinnen, über Pflege daheim als Menschenrecht, schwarze Schafe in der Branche, das Geschäft in einer rechtlichen Grauzone und schlafende Politiker.

Daheim selbstständig leben und sterben, das war der Wunsch von Josef Köll. Seit seiner Kindheit litt er an einer schweren Muskelerkrankung und saß im Rollstuhl. Als er schwächer wurde und den Alltag nicht mehr alleine schaffte, engagierte er einen Pfleger, der ihn 24 Stunden am Tag betreute. "Wir haben damals erkannt, dass es ohne so eine Versorgung daheim einfach nicht geht", erklärt seine Frau Bettina Gardlo. Köll wollte auch anderen behinderten oder alten Menschen eine ordentliche Pflege daheim vermitteln und gründete 2002 die Agentur Jomos. Vor zwei Jahren starb er an einer Lungenentzündung, seine Frau übernahm das Geschäft.

Mittlerweile gehört die Agentur mit derzeit etwa 300 betreuten Klienten zu den größten Anbietern am heimischen Pflegesektor


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige