"Am liebsten Koffer packen"

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 36/06 vom 06.09.2006

JUSTIZ I Der Schubhäftling Bakary J. konnte vor Gericht beweisen, dass er von der Polizei schwer misshandelt wurde. Zum Feiern ist der Familie trotzdem nicht zumute.

Ein junger Wiener, unbescholten und eben erst mit der Matura fertig, steht vor Gericht. Er soll bei einer Demonstration mit dem Fahrrad gegen eine Polizeisperre gefahren sein. Ein Beamter erlitt "Hautabschürfungen" und eine "schwere Prellung des Kniegelenks". Richter Thomas Schrammel sprach ein Urteil. Der Maturant erhielt neun Monate, drei davon musste er im Gefängnis absitzen. Das war 2002.

Vergangene Woche urteilte Richter Schrammel wieder im Landesgericht. Vier Beamte der Polizeisondereinheit Wega sind des "Quälens eines Gefangenen" angeklagt. Sie haben den Schubhäftling Bakary J. nach einer gescheiterten Abschiebung im April dieses Jahres in eine verlassene Lagerhalle gebracht und dort schwer misshandelt. Die medizinische Sachverständige zählt auf: "Eine Hautabschürfung an der rechten Stirnhälfte, Schwellung des

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