FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 36/06 vom 06.09.2006

Huch, er ist wieder da, "King of Queens", neue Folgen, Pflichttermin (Kabel 1 Mo, 20.15 Uhr)! Jetzt mal abgesehen von der komischen Stop-and-Go-Ausstrahlungspolitik - einmal wird die Serie im täglichen Einsatz verschleuedert, jetzt gibt's gleich zwei Folgen hintereinander - ist das großartig. Der manierlose, träge Kurierfahrer Doug Heffernan und seine herrlich fiese Gattin Carrie, eine überambitionierte Anwaltsgehilfin, zeigen uns ein New York, wie man es in den Hochglanzserien nie sieht. Keine lässigen Künstler, schicke Lofts oder schöne Leute, sondern Arbeiterklassetypen im Spießeridyll von Queens, wie sie in "Sex and the City" nicht mal durchs Bild laufen durften. Der harte Klassenkampf in den USA und der ewige amerikanische Traum werden in dieser Serie ganz nebenbei wunderbar ironisiert - wenn etwa Carrie ständig hinauf in die obere Mittelklasse will, aber Dough sich unter seinen biertrinkenden Prolokumpels zu Hause fühlt. Nicht zu vergessen der eigentliche Star der Serie, Carries Vater Arthur, der im Keller der Heffernans haust: Dieser Mann ist wohl der räudigste alte Sack, den man jemals im TV sah. Respekt!


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