Im Land des Lächelns

Kultur | Stefan Ender | aus FALTER 36/06 vom 06.09.2006

LITERATUR Mit seinem Debüt "Unentschlossen" fordert der demnächst in Wien lesende Benjamin Kunkel seine Generation auf, endlich erwachsen zu werden.

Schon the very beginning lässt ein erstes Lächeln aufkeimen: "Erst als es in meinen Ohren knackte und das Flugzeug sich über den flimmernden Lichtern von Bogotá - bei Nacht eigentlich eine Stadt wie jede andere - langsam senkte, sah ich von der Buchseite hoch, über der ich gegrübelt hatte", und so weiter, und so fort. Wie da die Grandezza des eröffnenden Bildes mit der Lakonik des Einschubs konterkariert wird, so, als ließe jemand die Luft aus einem Ballon, den er vorher selbst freudvoll aufgeblasen hat: eh nett.

Willkommen also im Land des Lächelns, der stilsicheren Selbstironie, des präzisen Pointen-Ping-Pongs: "Unentschlossen", der Debütroman des US-Amerikaners Benjamin Kunkel (Jahrgang 1973), ist von der ersten bis zur letzten Zeile getragen von der Entschlossenheit, den Leser bitteschön immer und bestens zu unterhalten.

Und


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