AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 36/06 vom 06.09.2006

Bestenlisten sind ein unumgänglicher Bestandteil moderner Musikkritik; kein Quartal vergeht, ohne dass ein Magazin die fünfzig besten Platten einer Dekade, die hundert essenziellen Beatles-Songs oder gleich überhaupt die tausend wichtigsten Platten aller Zeiten küren würde. Dass gerade Letzteres meist sehr ähnliche Ergebnisse zeitigt, provozierte knapp drei Dutzend junge amerikanische Musikkritiker, diesem Kanon mit dem Arsch ins Gesicht zu fahren und einige der ihrer Meinung nach überschätztesten Alben der Musikgeschichte vom Sockel zu holen. Häufig an eigene biografische Episoden gekoppelt, dabei aber stets kenntnisreich geschrieben, enthält "Hall of Shame. Die größten Irrtümer in der Geschichte des Rock 'n' Roll" radikal subjektive Neubewertungen ausgewählter Klassiker, wobei das Rolling Stone Magazine mit seinem sixties-zentrierten Rock-'n'-Roll-Konservatismus als Hauptreibebaum dient. Bisweilen ist diese kampfeslustige Opposition zwar Quatsch, aber es ist zumindest unterhaltsamer


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