Alles, was knarzt

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 36/06 vom 06.09.2006

LONDON SOUNDFILES Juana Molina, Psapp und David Kitt - drei verschiedene Herangehensweisen an die Verschmelzung von akustischer Songschreiberei und elektronischem Gerät.

Es herrscht respektvolle Stille im Ritzy-Kino in Brixton. Alle Augen sind auf jene Frau gerichtet, die mit ihrem plissierten Kleid und ihren klobigen Schnallenschuhen vor dem dunkelroten Samtvorhang wie ein vorzeitig gealterter Kinderstar aus einer Zwischenkriegszeitrevue aussieht. In Griffweite neben ihr steht ein Turm aus Keyboards und Effektgeräten, um ihren Hals hängt eine akustische Gitarre, und auf dem Boden vor ihr liegen Fußpedale, mit denen sie mehrtaktige Loops ein-und sofort wieder abspielen kann.

Doch während andere Songwriter sich desselben technischen Tricks bedienen, um damit Begleitungen zu ihren Songs zu basteln, vertauscht Juana Molina in ihrem Umgang mit dem Gerät ständig die Rollenverteilung zwischen Loops und Hauptstimme. Kurz angespielte Gitarrenlinien verwandeln sich zu repetitiven Figuren und


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige