VORWORT

Die Napalmameisen

Steiermark Vorwort | Thomas Wolkinger | aus FALTER 36/06 vom 06.09.2006

Er wird es auch diesmal nicht lesen, weil er sich das Zeitunglesen schon ziemlich abgewöhnt hat. Sagt er selbst. Dennoch soll erwähnt werden, dass der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl vergangenen Samstag etwas sehr Wesentliches zum heimischen Identitätsdiskurs beigetragen hat, als er - hinein ins rot-weiß-rote Jubelmeer, das sich zu Füßen der ÖVP-Politprominenz am Grazer Hauptplatz zum Wahlkampfauftakt eingefunden hatte - den Fahnenschwenkern und Schalträgern sein und ihr Sein auseinandersetzte: "Wir Österreicher sind fleißig und gemütlich zugleich, wir sind sportlich und sensibel - und wir wissen um die Schönheit unserer Heimat Bescheid", hat Nagl gesagt. Und hat diese durchwegs unpolitische, sozial ziemlich schwach ausgeprägte Identität in scharfen Kontrast gesetzt zu den "Krankjammerern der vereinigten Linken".

Damit hat der sensible Bürgermeister und Stadtästhet nicht nur sich selbst ein Stück erklärt, sondern auch ein schönes Beispiel für die - bei vielen Parteien


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