Das "vergessene" KZ-Außenlager

Steiermark Politik | Heimo Halbrainer | aus FALTER 36/06 vom 06.09.2006

ZEITGESCHICHTE Die Geschichte von Schloss Lannach, heute im Besitz der Familie von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, ist gut dokumentiert. Dennoch wurde die KZ-Vergangenheit des Schlosses "vergessen".

Ich kann mich noch erinnern", meinte 1970 die damals 85-jährige Maria Schwenk, "dass im Lager Ravensbrück im März 1944 15 weibliche Häftlinge ausgewählt wurden, die dann mit der Aufseherin Emma Raabe nach Schloss Mittersill und Schloss Lannach kamen. Wir mussten uns auf der Lagerstraße in Ravensbrück aufstellen, und dann suchte der Kommandant die Leute aus. Von Schloss Mittersill aus kam ich mit noch acht Häftlingen, es waren alles Frauen, nach Schloss Lannach."

Maria Schwenk stammte aus der Umgebung von Konstanz, wo sie Mitglied der Zeugen Jehovas war. Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland 1933 setzte die Verfolgung dieser Religionsgemeinschaft ein. Frauen wurden in "Schutzhaft" genommen, und Männer, die den Wehrdienst verweigerten, wurden


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