Blairs Niedergang

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 37/06 vom 13.09.2006

Ausland Wie der begabteste Politiker des gegenwärtigen Europa alles verspielte, auch die Erinnerung an seine großen Erfolge.

Tony Blairs Niedergang begann im Sommer 2002. Nach einem ausgedehnten Besuch in Washington, DC berichtete der Chef des Auslandsgeheimdienstes MI6, Richard Dearlove, von der Entschlossenheit der Regierung Bush zum Krieg gegen den Irak. "Bush will Saddam Hussein durch eine Militäraktion stürzen", so die Schlussfolgerung des obersten Spions Ihrer Majestät am 22. Juli 2002 vor dem versammelten Kriegskabinett in Downing Street 10. Das war acht Monate, ehe der erste Schuss fiel. Das für die Öffentlichkeit bestimmte Getöse rund um irakische Massenvernichtungswaffen entlockte dem kühlen Briten mit den besten Kontakten zur obersten Etage von CIA und NSA nur ein trockenes: "The intelligence and facts were being fixed around the policy", "Geheimdiensterkenntnisse und Fakten wurden der Politik angepasst." Nachzulesen in den berühmten "Downing Street Memos", der nie dementierten


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