BAWAG-AFFÄRE

Doch Geld an die SPÖ?

Politik | aus FALTER 37/06 vom 13.09.2006

Eben erst hat sich die SPÖ von der Bawag-Krise halbwegs erholt, schon platzt die nächste Bombe: Der Standard berichtete, Wolfgang Flöttl habe ausgesagt, Geld an die SPÖ überwiesen zu haben. Der Spekulant soll Millionenbeträge in Karibik-Geschäften der Bank in den Sand gesetzt haben und ist einer der Hauptbeschuldigten in der Affäre. Staatsanwalt Georg Krakow sagt dazu: "Flöttl hat so etwas bereits vor drei Wochen zwischen Tür und Angel anklingen lassen. Es gibt aber noch keine Beweise, und es ist auch nicht klar, ob die betreffenden Gelder von Flöttl persönlich oder von der Bawag kommen." Konkret handelt es sich um zwei Zahlungen, die im Wahljahr 1999 an die SPÖ sowie an Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky geflossen sein sollen. Vranitzky, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits aus der Politik zurückgezogen hatte und als Berater tätig war, bestätigt die Zahlung. Er habe den Banker in Sachen Euro-Umstellung beraten und dafür Honorar kassiert. Aber auch an die SPÖ direkt sollen laut Flöttl über eine bislang nicht näher genannte Gesellschaft "mehr als einige Zehntausend Euro" gegangen sein - was der damalige SPÖ-Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas jedoch bestreitet. "Es steht noch nicht fest, ob hier eine strafbare Handlung vorliegt", meint auch Staatsanwalt Krakow. In den kommenden Tagen soll Flöttl nochmals einvernommen werden.

Die Sozialdemokraten bleiben auch nach Flöttls Aussage bei dem, was sie seit Ausbruch der Bawag-Affäre ständig wiederholen: "Es ist weder ein Groschen noch ein Cent an die Partei geflossen."


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