Presseschau

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 37/06 vom 13.09.2006

Ein Wahlkampf, in dem man sich bisher mit Peter Westenthalers Kalamitäten um einen gefälschten Brief als Spaß-Höhepunkt begnügen muss, hat was Deprimierendes. Mangels politischer Inhalte bleibt der Blick frei für das, was Wahlkampfberichterstattung so kretzig macht. Nervensägen Nummer 1: Die immer selben Politberater und Meinungsforscher, die den Blätterwald mit ihren Nona-Einschätzungen zumüllen. Ein ebenfalls mühsames Phänomen ist das Quereinsteigerausrufen. Langsam wünscht man sich echt, dass Tiergarten-Onkel Helmut Pechlaner nachgibt und für die Schwarzen kandidiert. Dass die Krone aber auch allen Ernstes mit Toni Polster als ÖVP-Hoffnung spekuliert hat, fällt wohl unter Verzweiflungstat. Nicht zu vergessen die räudigste Erfindung, seit es Wahlen gibt: Die Kabarettistenpest. Klar, anfangs war es witzig, wenn ein Spaßprofi den Kampf um den Wähler launig kommentiert hat, aber mittlerweile belästigen einen alle Kabarettisten mit ihrer eigenen Wahl-"Kolumne". Selbst wenn Florian Scheuba auch im Standard klasse ist, ein genereller Ratschlag: Inflationäres Politkabarett in der Zeitung stinkt. t


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