OHREN AUF!

Austrosongwriting

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 37/06 vom 13.09.2006

Was sich Wolfgang Ambros wohl denkt, wenn der die neue Dylan-Platte hört? Ein ehrliches "hätte ich es doch bleiben lassen, nachdem der letzte Tanz getanzt war" vielleicht? Oder tröstet er sich damit, dass er selbst 35 Jahre nach "Da Hofa" noch lang keine 65 ist, das große Alterswerk also weiterhin warten kann? "Steh grod" (Ariola/Sony BMG), Ambros erstes reguläres Album seit "Namenlos" (2003), ist ein Problembär. In der Intention, Beziehungsprobleme und die eigene Vergänglichkeit liedhaft zu fassen, ist es aufrichtig und schlüssig und hat durchaus gelungene Momente. "I geh" etwa ist ein in seiner intimen Instrumentierung stimmungsvolles Trennungslied. Musikalisch freilich bedeutet "Steh grod" einen Rückfall ins altbackene Einerlei des Austropop. Und die Texte vermitteln mitunter den Eindruck, als wüsste Ambros nicht wirklich, was er erzählen will und wie er dafür unverbrauchte Worte finden soll. Insgesamt ist das dann zwar immer noch um Hausecken besser als die aktuelle Fendrich-Platte,


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