Fifi Zac und Major Tom

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 37/06 vom 13.09.2006

FILM "C.R.A.Z.Y.", eine preisgekrönte tragikomische Fleißaufgabe aus Kanada, berichtet von einer queeren Jugend zwischen Aznavour und Bowie.

Spätestens, wenn der fünfjährige Zac sich zum Geburtstag statt der Rennbahn einen Kinderwagen wünscht, macht sich der Vater Sorgen, sein vierter Sohn könnte ein "Fifi", eine Schwuchtel, sein. Die Mutter hält den sensiblen Buben für einen "kleinen Jesus", aber als er beim Mamaspielen in Schminke und Kleid ertappt wird, ist das der Beginn eines jahrzehntelangen innerfamiliären Kriegs der Lebensentwürfe und Popkulturen: Belästigt der Vorzeigepapa seine Lieben bei jeder Weihnachtsfeier mit derselben Karaokeimitation des virilen Chansonniers Charles Aznavour, so gefällt sich Zac - dessen Pubertät justament in die Siebzigerjahre fällt - in androgynen Posen zu David Bowies "Major Tom". Das Eingeständnis seiner schwulen Sehnsüchte lässt indes auf sich warten: Im Männerhaushalt der Beaulieus ist "Fifi" keine Option fürs Leben.

Wie unlängst


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