Träger Teufel, trüber Trip

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 37/06 vom 13.09.2006

LITERATUR In Martin Suters "Der Teufel von Mailand" wird ein Wellnesshotel für eine Synästhetikerin zur Vorhölle.

Eine LSD-Tablette hat Sonia Forsters Wahrnehmung verzerrt. Sie kann Farben riechen und Stimmen sehen, auch nach dem Ende des Trips. Darüber hinaus erinnert sich die kürzlich geschiedene Frau in plötzlich auftretenden Flashbacks auch noch an ihren Ehemann, einen gewalttätigen Businesstypen. Da sie in Zürich vor ihrem Ex keine Ruhe hat, bricht Sonia ins Unterengadin auf, um ihr Leben neu zu ordnen. Die Kulisse eines verschlafenen Bergdorfes taugt hier freilich nicht zur Idylle. Erstens herrscht ständig mieses Wetter, zweitens geschehen in dem luxuriösen Wellnesshotel, das eine undurchsichtige Schönheit mit Unterstützung dubioser Geldgeber betreibt und in dem Sonia als Physiotherapeutin anheuert, beunruhigende Dinge.

Geübte Suter-Leser sehen schon: Der Schweizer Bestsellerautor hat sich für "Der Teufel von Mailand" erneut am Erfolgsrezept von Romanen wie "Die dunkle


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