Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 37/06 vom 13.09.2006

SEX

Speed kills Eine Homepage für Frauen bewirbt die Kur, die jung und schön macht. Attribute, blendend für die Libido! Ich fraß also Weintrauben, Beeren, Fischölkapseln, Weizenkleie, Naturreis, Zwiebel, Knoblauch, Äpfel, Schokolade, Tomaten, Salat, Spinat, Melone, Milch, grünen und schwarzen Tee, Grapefruit, Zitrusfrüchte und Olivenöl. So. Da lieg ich nun, mäßig jünger, kaum schöner, den Bauch bis zum Plafond gebläht. Es wäre klug gewesen, wenn sich die Herrschaften im Netz zu einer Zeitangabe bzw. Kombinationsvorschlägen dieser öden, weil komplett fleischlosen Nahrungsmittel hinreißen hätten lassen. "Alles durcheinander" und "innerhalb von sechs Stunden" war zu optimistisch interpretiert. Aber, wie so oft in der Forschung, ich habe ein Nebenprodukt entwickelt: die Turbokur in Sachen "scheinträchtig aussehen - prompt!". Wie ich das jetzt vermarkte, ist noch zu diskutieren, ich konnte die Nachfrage nach optischer Verdoppelung noch nicht analysieren. Werde meinen Hund fragen, der kennt sich da aus.

HEIDI LIST

Fussball

Klassenkampf Die Ultras von Rapid haben im Spiel gegen Red Bull Salzburg den Klassenkampf ausgerufen. "Working Class Football against Red Bull" hieß es zu Spielbeginn auf einem Transparent. Nach der Pause antworteten die "Bullenschweine" aus Salzburg mit einem nicht ganz unlustigen Gegentransparent: "Hier steht euer Meister. Kniet nieder, ihr Proleten!" Natürlich sind Red-Bull-Anhänger gesinnungslose Gesellen; wahre Fans unterstützen die neu gegründete Austria Salzburg in der 2. Klasse Nord. Aber: Was wäre, wenn Red Bull nicht Salzburg, sondern Rapid gekauft hätte? Würde ich dann statt ins Hanappistadion in die Unterliga pilgern? Ganz sicher. Wahrscheinlich. Hm. Ehrlich gesagt: Ich würde nicht die Hand für mich ins Feuer legen. Vielleicht wäre ich heute ja auch ein Bullenschwein.

WOLFGANG KRALICEK


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