VORWORT

Pastellzeitgenossen

Thomas Wolkinger | Steiermark Vorwort | aus FALTER 37/06 vom 13.09.2006

Langsam, ganz langsam mischt sich Fremdes in den ewigsteirischen Einheitsbrei der Stadt. Einmal abgesehen vom total verbotenen "Aufsteirern", das dieses Wochenende wieder die Innenstadt verpestet. Feng-Shui, zum Beispiel, ist in Graz ganz groß im Kommen. Ein Bäumchen hier, ein Brünnlein dort, ein Designerstandl und ein Sacher-Gastgärtchen dazu, um das Qi der einst als Bollwerk gegen äußere Einflüsse gut abgedichteten Stadt vor Winden zu schützen und mit fließenden Wässern wohlzustimmen. Schul-und Kulturstadtrat Werner Miedl, dem zugutezuhalten ist, dass er sich ganz öffentlich dazu bekennt, ist der bislang konsequenteste Verfechter der fernöstlichen Feel-good-Welle. Mit seinem Projekt "Feng Schule", für das er 50.000 Euro aus dem knappen Stadtbudget springen lässt, soll sich jetzt das große Wohlfühlen auch in Schul-und Konferenzräumen breitmachen - der Putz in Apricot, die Schiefertafeln in Minze. Wer reitet die Welle als Nächstes? Kommt Feng-Journalismus? Tatsächlich

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