Am Bahnhof

Steiermark Kultur | Gregor Schenker | aus FALTER 37/06 vom 13.09.2006

THEATER In Ernst M. Binders neuem Werk fahren die Züge zwar langsam, aber meist dennoch an einem vorbei.

Shakespeare, Molière und Brecht taten es, René Pollesch tut es, und Ernst M. Binder tut es auch. Den eigenen Text inszenieren. Ob das eine gute Idee ist, bleibt umstritten. Schließlich ist dem Autor sein Text ja schon klar, und er muss den Sinn nicht erst suchen, jedes Wort nach möglichen Bedeutungen abklopfen. Vor seinem inneren Auge sieht er Welten und läuft Gefahr zu vergessen, diese dem Publikum zu verdeutlichen.

"Titograd" heißt Binders neues Stück, das als Kooperation vom Grazer Dramagraz mit der Theo Studiobühne Oberzeiring und dietheater Wien uraufgeführt wird und sich Wintermärchen nennt. Als Premierenspielort dient das Gebäude der aufgelassenen Freiwilligen Feuerwehr Oberzeiring. Gut gewählt, denn die Figuren aus "Titograd" treffen im Wartesaal eines Bahnhofs aufeinander. Die Bühne von Carlos Schiffmann ist schlicht und praktikabel gelöst, da die Produktion noch


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