Lockere Kontrolle

Steiermark Kultur | Ulrich Tragatschnig Und Thomas Wolkinger | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

FESTIVAL Der herbst ist tot - lang lebe der herbst: Im Zuge seiner habituellen Neuerfindung bricht das an Traditionen und Krisen reiche Festival in seinem 39. Jahr mit alten Ritualen und beschreitet lustvoll neue Wege. Als im Jahr 1967 die Trigon-Biennale in und um das Künstlerhaus am Rande des Grazer Stadtparks einzog, war die Welt noch in Ordnung. Eilfried Huth und Günther Domenig setzten mit ihrem futuristischen "Ausstellungstransformator" auf der Wiese vor dem Haus der steirischen Künstlerbünde ein radikales Zeichen der Zeitgenossenschaft. Und ernteten dafür öffentliche Erregung von derartigem Ausmaß, dass sogar Hanns Koren im Landtag zur Verteidigung der Ausstellung, die unter dem Motto "Ambiente/environment" lief, antreten und erklären musste, warum es sich nicht notwendigerweise um "oberflächlichen Modernismus" oder gar eine Störung des "gesunden Volksempfindens" handle, wenn "Kunst als Protokoll der Zeit" agiere.

1967 war das Probejahr für den steirischen herbst, der im


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