"die gedankenblase zerstiebt"

Paul Pechmann | Steiermark Kultur | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

LITERATUR Der Schriftsteller und Naturwissenschaftler Oswald Wiener erhielt vergangene Woche den "manuskripte"-Preis des Landes Steiermark.

Vor mehr als vierzig Jahren erschien in der Zeitschrift manuskripte die erste von zehn Folgen von Oswald Wieners "die verbesserung von mitteleuropa, roman". Herausgeber Alfred Kolleritsch vergleicht die damalige Wirkung dieses eigenwilligen Prosabuchs, das mit "wissenschaftlichem" Gestus auftritt und zugleich mittels individual-anarchistischer Anflüge jegliche Verstehensroutinen unterminiert, mit einer "Brechstange, die in die ästhetischen Hinterwäldler fuhr" (Marginalie zu Heft 171 (2006)). Die rechtsgeneigten Wahrer des "Guten" hatten intuitiv erkannt, dass mit der "verbesserung" etwas "Ungutes" hereinbricht, das man besser verbieten sollte. Wohl mangels anderer Zensurbestimmungen erstattete man gegen Wiener und den Herausgeber Anzeige wegen Verbreitung von Pornografie. Eine der Moderne gegenüber abstinente Leserschaft attestierte der Avantgardeliteratur

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