hundert jahre zeitausgleich

Steiermark Stadtleben | Johannes Schrettle | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

jede stimme zählt

nichts verschafft in der heißen phase des wahlkampfes wohligere genugtuung als eine kleine, aber doch zünftige gewaltfantasie. "fachgerechten umgang mit der kettensäge" verspricht folgerichtig die ankündigung eines volkshochschulkurses für jugendliche und erwachsene. noch während wir uns die genregerechte zerteilung von kreischenden jungfrauen vorstellen, fällt uns plötzlich wolfgang p. ein. wieso fällt uns denn jetzt wolfgang p. ein? richtig, wegen der kreischenden jungfrauen. die damen, die in seiner dependance in der rösselmühlgasse ihren telefondienst verrichten, beherrschen allerdings auch jegliche andere formen der orgiastischen artikulation. dadurch war das haus auch bestens für einen einsatz als wahlkampfzentrale qualifiziert. das war aber 2004, und nur noch ein überdimensioniertes rot-weiß-rotes schild der fassade zeugt davon. aber war da nicht noch was, wollte wolfgang p. nicht auch bei der nationalratswahl auf stimmenfang gehen? betreiben die jungen frauen mit den angenehmen stimmen (für telefondienst gesucht, gehalt nach vereinbarung) jetzt dort dirty campaigning oder belassen sie es beim dirty talking? und, wenn wir schon dabei sind: warum haben die wahlkämpferInnen von wolfgang s. diese orgiastischen schreie nicht auch drauf? oder die grünen? vielleicht sollte lopatka oder eine der anderen jungfrauen dort auch noch schnell ein praktikum machen.


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