STEIRERBRAUCH

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

ABHAUEN Wie das Wurstelkind in die Stadt kommen is: War der Tag, wo die Mutter allein hat abstechen müssen. Das ganze Haus hat nach frischem Blut und Scheiße grochen. Da hat's das Wurstelkind nicht mehr aushalten wollen. Hat den Hesse packt, den Springsteen und den Diddl-Seesack und hat sich auf die Landstraßen gestellt. Hat nicht lang dauert. Weil fesch: das rote Rockerl, die roten Schucherln. Dem Mann im Auto hat sie gsagt, dass sie Susi heißt und in die Stadt will. Dann hat sie nix mehr gsagt. Durchs Fenster vom Gasthaus im Nachbarort hat sie den Vater gsehn. Ganz kurz. Wie er grad eine gfangen hat und untern Wirtshaustisch grutscht ist. Amen, hat sie gsagt. Und leise "Nebraska" gsungen. In der Kärntner Straßen war dann Endstation. Weil sie wollt nicht. War das letzte Mal, dass die Susi nein gsagt hat. T. W.


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