Das Übel der Kübel

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Es schmutzt. Ein Zwischenbericht über den aktuellen Stand gesellschaftlicher Selbstauflösung.

Ist es nur die Wahl? Das Land liegt in einem fiebrigen Stadium. Oder kommt einem das nur bei der Lektüre der Zeitungen so vor? Draußen auf den Äckern scheint alles ruhig, die Ernte ist eingebracht. Zwischen den Rainen allerdings hat das Erscheinen eines zusätzlichen Fellnerprodukts einen richtigen Hase-und-Igel-Effekt erzeugt. Die alten Fellner-Blätter, die (erstmals) ohne ihren Gründer weiterwesen, zeigen diesem, was sie von ihm gelernt haben: Getürkte Storys, unter der Nase weggekaufte Interviews und ein Rieseneffekt mit alledem. Der Altmeister schlägt zurück, spielt den Medienmoralisten, und beklagt den Verfall publizistischer Sitten, weil er die Geschichten nicht als erster hat. Das ist wirklich gut! Der Metzger als Veganer! Dafür schreibt er die Exklusivinterviews einfach ab, damit er als Zweiter doch bei den Ersten ist.

Der Job des Zeitungsmachens bestand


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