Knecht

Hübscher Literaturpatriotismus

Politik | Doris Knecht | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

Das Ausmaß der Erholung in drei Wochen Bregenzerwald lässt sich anhand einer Zahl bemessen: sieben. Sieben Bücher hab ich gelesen, darunter drei aktuelle Österreicher, die durch den Umstand, dass ich davor den neuen Philip Roth und danach E. Annie Proulx' "Schiffsmeldungen" gelesen habe, auch nicht gewannen, besonders wegen der "Schiffsmeldungen": ein Roman, ein richtiger Roman. Mit einer sich entwickelnden Handlung! Zahlreichen Figuren in verschwenderischer Charakterfülle! Verschiedenen Strängen! An einem außergewöhnlichen Ort! Auch wenn ich hier mit völlig unerbetener Meinung alte Bekanntschaften aufs Spiel setze: In dieser Liga spielen die jungen Österreicher nicht. Lange nicht. Sind ja nicht mal Romane, heißen nur so - wenngleich ich Daniel Glattauers flott und gut geschriebene Emailerei "Gut gegen Nordwind" in einem Tag eingesaugt habe. Nicht weiter als bis Seite 110 habe ich dagegen "Das Wetter vor 15 Jahren" ertragen, das öde und ob seiner bizarren Ausführlichkeit völlig


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