FERNSEHEN

Medien | Gerald John | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

Sein Fanclub, zu dem neben ÖVP-Mitgliedern auch so mancher Zeitungskommentator zählt, hält Wolfgang Schüssel bekanntlich für vifer als alle seine Gegner zusammen. Damit ja niemand einen anderen Eindruck gewinnt, drückte sich der Kanzler sicherheitshalber vor allen bisherigen TV-Duellen. Während der Titelverteidiger also kneift, kann der Herausforderer gar nicht genug bekommen. Die SPÖ schimpft über den ORF, weil dieser zur "Pressestunde" nicht den Spitzenkandidaten Alfred Gusenbauer, sondern Co-Klubobmann Josef Cap einlud. Erst über den schwarzen Einfluss wettern und dann selbst das Programm bestimmen wollen - kein feiner Zug. Die SPÖ behauptet, Gusenbauer falle nur deshalb um seinen Auftritt um, weil Schüssel auch die "Pressestunde" verweigere. Der ORF dementiert und hat die besseren Argumente. Die Zuseher hätten jedes Recht, die Programmmacher abzuwatschen, wenn die Spitzenkandidaten auch noch zur sonntäglichen Plaudersendung antanzen dürften. Inklusive Sommergespräche werden Gusenbauer & Co bis zur Wahl jeweils in geschlagenen sechs Stunden Polittalk aufgetreten sein. Die Schmerzgrenze ist erreicht. Jede Zugabe wird zur Zumutung.g


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