Die Zwitschermaschine

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

FILM Martina Kudlácek nähert sich in ihrer jüngsten Arbeit der Filmerin Marie Menken (1909-1970), die der US-Avantgarde von Andy Warhol entscheidend Impulse gab.

Es gibt wenige Filmemacher und noch weniger Filmemacherinnen, denen der Film als unabhängige Kunstform so viel verdankt wie Marie Menken. Sie war abstrakte Künstlerin, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg im Film das perfekte Ausdrucksmittel für sich entdeckte. In den Fünfzigerjahren förderte sie damals noch unbekannte junge Talente. Kenneth Anger bekennt, dass er "Scorpio Rising" ohne Menken wohl nicht gedreht hätte, Stan Brakhage attestiert ihrem Werk den größten Einfluss auf sein eigenes; Andy Warhol kam durch sie zu seiner ersten Kamera und revanchierte sich, indem er sie in "Chelsea Girls" besetzte - so wurde Marie Menken in den Sechzigern auch noch zum Underground-Filmstar.

Ein zerknittertes, an den Rändern eingerissenes Foto steht am Anfang von "Notes on Marie Menken", es zeigt die Filmemacherin an der Arbeit:


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