Das Theater, der Hund

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

THEATER Saisonstart in der Josefstadt und am Volkstheater: "Mein Nestroy" von Peter Turrini, "Dogville" nach Lars von Trier.

Die Direktion Herbert Föttinger in der Josefstadt fängt damit an, dass der Eiserne Vorhang aufgeht. Okay, das war zu erwarten. Aber wie der Eiserne an diesem Abend geöffnet wird, das hat symbolischen Charakter: Die Schauspieler selbst sind es, die den schweren Vorhang mühevoll nach oben stemmen, und wenn er dann endlich in lichte Höhen entschwindet, bestaunen sie diesen an sich ganz normalen Vorgang wie ein Weltwunder. Die Botschaft scheint klar: In der Josefstadt wird ab sofort nicht mehr einfach nur gespielt, sondern gezaubert. Zumindest wird hart daran gearbeitet.

Das Stück, das Föttinger für seine Eröffnungspremiere bei Peter Turrini in Auftrag gegeben hat, ist für solch selbstverliebte Zwecke bestens geeignet: In der Hinterbühnentragikomödie "Mein Nestroy" feiert sich das Theater selbst. Das im Jahr 1833, vor und während der Premiere des "Lumpazivagabundus",


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige