Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 38/06 vom 20.09.2006

Sex

Sex with the Zahnspange Zahnspangen bringen im Zwischenmenschlichen Bedenkliches hervor. Man ist zwar später angeblich kieferorthopädisch geheilt, mit geraden Perlenzähnen als Nebeneffekt, aber im Moment gilt es in der Mördersexbombenliga den Kampf gegen den Abstieg aufzunehmen. Als wandelnde Fahrradkette tritt man vor seinen Partner, setzt ein bezauberndes Lächeln auf - übrigens Fehler in diesem Fall! -, grüßt: "Hallo, Fapfp, küff mich." Reaktion ist ein Vortrag, dass es heutzutage doch eh durchsichtige Zahnspangen gäbe, und wenn er das gewusst hätte, hätte er die 2000 Eulen draufgezahlt. Man beendet das Gespräch mit der Bemerkung, dass, wenn er jetzt vorhätte, einen zu verlassen, man dafür sorgen wird, dass jeder erfährt, was für ein Scheißtyp er ist, der Leute verlässt, die schiacher werden. Die letzte Drohung sitzt besonders, nämlich jene, dass man ja in erotischer Hinsicht was daraus machen könne - und er solle auf den Abend gespannt sein. Jetzt fürchtet er sich ein bisschen, das kann ja auch kicken.

HEIDI LIST

Fussball

10 oder 16? Wieder einmal wird darüber diskutiert, ob die Zehnerliga durch eine Liga mit 16 Vereinen ersetzt werden soll. Der ÖFB ist dafür, weil dann mehr Österreicher zum Einsatz kämen; die Bundesliga plädiert aus wirtschaftlichen Gründen für den Staus quo. Aus Sicht des Publikums spricht gegen die Zehnerliga vor allem, dass die Vereine viermal gegeneinander spielen (sogar ein Wiener Derby wird so fast alltäglich). Der Nimbus der Zehnerliga stammt aus den Siebzigerjahren; sie gilt als Wegbereiter für die legendäre Cordoba-Generation. Wenn da was dran ist, dann wäre die Zehnerliga allerdings auch für den aktuellen Zustand der Nationalmannschaft verantwortlich und sollte schleunigst abgeschafft werden. Was tun? Als Kompromiss schlage ich ein Comeback der Zwölferliga vor.

WOLFGANG KRALICEK


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