Gefühlswahl

Vorwort | Isolde Charim | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Kommentar Diesmal bleibt nur das Kreuz mit der Emotion.

Nach diesem Wahlkampf hat man den Eindruck, was zur Wahl steht, sei eine leere Differenz. Und das nicht trotz, sondern gerade wegen des neuen Pluralismus. Zur Wahl stehen so viele Parteien wie noch nie. Man sollte meinen, das sei der Ausdruck einer lebendigen Demokratie. Aber wie sieht sie denn aus, diese neue politische Vielfalt? Da gibt es die Freiheitlichen in ihrer pathologischen Ichspaltung, getrennt in die siamesischen Zwillinge FPÖ und BZÖ. Dann gibt es die Grünen, die sich so gerne die Hände in den Niederungen der Macht "schmutzig" machen würden - und die ein kollektiver moralischer Impuls als "schöne Seele" der Nation reinhalten will, weshalb sie trotz aller Sympathien schlussendlich nicht gewählt werden. Dann hätten wir da noch das frei flottierende Ein-Mann-Geschoß, dessen Umlaufbahn vollkommen uneinsichtig ist, so dass seine Farbe nicht für seine Sauberkeit, sondern für deren Abwesenheit auf der Farbskala steht.


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