VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Journalisten diskutieren im Fernsehen miteinander, das ist immer lustig. 1986 ging es um die Frage, ob die von einer sich als reuige Sünderin gebärdenden Reporterin für das Fellner-Blatt Basta inkognito bei Erzbischof Groer abgelegte Beichte rechtens gewesen sei, da dieser damit reingelegt und jene auf Tonband aufgezeichnet wurde. Es diskutierten Journalisten heute nur mehr teilweise existenter Medien. Der Falter brachte einen anonym aufgenommenen Zusammenschnitt.

"AZ: Man kann nicht prinzipiell sagen, als Journalist darf man sich nie unter einem anderen Namen vorstellen. Wenn mir heute ein ÖVP-Politiker etwas vertraulich sagt, werde ich natürlich abwägen, und natürlich werde ich das Vertrauensversprechen nicht mutwillig brechen, weil dann sagt er mir das nächste Mal nichts mehr. Aber: Wenn das irgendein Hammer ist, und er sagt mir, übermorgen sageln wir den Mock ab, blödes Beispiel, aber vielleicht ist es gar nicht so blöd, sageln wir also den Mock ab, da werd ich natürlich das Vertrauen brechen und das groß bringen.

profil: Also wenn jemand sagt, des is off the records, und der sagt, morgen sagel ich den Herrn Sowieso ab, ist es meiner Meinung nach unmöglich, am nächsten Tag darüber in der Zeitung zu schreiben.

Basta: Ich find das ganz gefährlich (...) Wenn's ein Hammer oder Hammel ist, ich hab den Namen net ganz verstanden ...

profil: Hans-Peter Martin hat er, glaub i, gsagt.

ORF: Nein, ein Hammer, eine starke Geschichte!

Basta: Ich hab geglaubt, das ist eine Person..." A. T.


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