"Endloser Datenozean"

Politik | Robert Misik | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

WISSENSCHAFT Die Wissensgesellschaft ist keine besonders kluge Gesellschaft, schreibt Konrad Paul Liessmann in seinem neuen Buch "Theorie der Unbildung". Hinzu kommt: Der Reformgeist und die Bildungspolitik machen alles noch schlimmer.

Konrad Paul Liessmann, geboren 1953, ist Professor für Philosophie an der Universität Wien. Dieser Tage erschien sein Buch "Theorie der Unbildung", ein feuriges Pamphlet gegen die jüngsten Universitätsreformen, die Rankingkultur in der Bildungsdebatte und einen blinden "Reformgeist".

Falter: Immanuel Kant hätte heute keine Chance mehr im Universitätsbetrieb?

Konrad Paul Liessmann: Wahrscheinlich. Und dies aus mehreren Gründen. Kant hat Königsberg bekanntlich nie verlassen - er ist das Paradebeispiel des Wissenschaftlers, der die Mobilität verweigert. Was übrigens nicht heißt, dass er nicht "vernetzt" war - er hatte rege Briefkontakte. Er wollte aber unbedingt in Königsberg eine Professur und hat lange auf diese gewartet. Kaum hatte er sie, hat er


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige