KNECHT

Aber was geht's mich an

Politik | Doris Knecht | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Ich sitze noch keine Stunde mit der Gerti im Kaffeehaus, wird mein Tyranneibewältigungstraining schon arg auf die Probe gestellt. Mein Entschluss, nicht immer so rechthaberisch und erbarmungslos missionarisch zu sein und nicht immer anderen Leuten meine Lebensprinzipien aufzuzwingen, ist nämlich unumstößlich. Aber der Weg dorthin ist hart und wird durch das Frühstück mit Gerti nicht leichter. In der Stunde, die wir jetzt hier sitzen, hat Gerti drei doppelte Espressi geext und vier oder fünf Tschick geraucht, normales Gerti-Programm, nur, Gerti ist jetzt schwanger. Bist du sicher, dass du das Kind willst, sage ich, und Gerti schaut so, denn sie ist, auch wenn sie bislang nur etwa 35 Gramm zugenommen hat, im sechsten Monat, die Frage stellt sich also nicht mehr. Aus medizinischer Sicht sind drei Espressi, hebe ich an, lass es dann aber, weil es saublöd ist, wenn eine Schreibse einer Ärztin etwas Medizinisches erläutert. Im Einklang mit meinem Toleranzexpanderprogramm sage ich dann


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