PRESSESCHAU

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Wenn diese nervig inflationären "Wahlkolumnen" von diversen Kabarettisten - und dabei seien die originellen Werke von den Mascheks in diesem Blatt und von Florian Scheuba im Standard dezidiert ausgenommen - die Pest sind, dann sind die Plattitüden der Berater und Meinungsforscher die Cholera der Wahlkampfberichterstattung. Auch keine schöne Seuche, die sich vor allem nach TV-Duellen ausbreitet, so schnell kannst Du gar nicht schauen. Dann dürfen diese Experten überall ihre Nona-Sager absondern. Wie etwa ein an sich solider Politikberater in der Presse, der uns dort einmal das Kanzlerduell so richtig durchanalysierte: "Nach einer guten halben Stunde wurde es plötzlich heftig und gehässig." Aha, gut zu wissen. "Das war schon starker Tobak", erklärte der Auskenner dann noch den Gusenbauer-Schüssel-Pflege-Schweißperlen-Clinch. Sehr interessant Und dann die Conclusio, auf die das Publikum gespannt gewartet hat: "Jeder bediente seine Klientel", also ein klassisches Unentschieden. Solche Analysen gibt auch meine Großtante gerne zm besten. Und das ganz ohne ein mehrstelliges Honorar.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige