DIE NEUE ORF-CHEFETAGE

Wünsch dir was bei Wrabetz

Medien | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Der neue Generaldirektor Alexander Wrabetz war ausgezogen, um den Einfluss der Parteien im ORF zu brechen - und ließ sich von den Politikern erst recht einen Teil seines Führungsteams diktieren. Das BZÖ, das bei Wrabetz' Wahl eine Schlüsselrolle gespielt hatte, durfte sich offenkundig den neuen Radiochef aussuchen. Der musste auf Teufel komm raus aus dem Haiderland Kärnten stammen. Die Wahl des nach den politischen Kräfteverhältnissen zusammengesetzten Stiftungsrats fiel schließlich auf den bisherigen Landesdirektor Willy Mitsche (siehe "Dolm der Woche" Seite 9).

Auch Marketingleiter Thomas Prantner soll auf Anregung der Orangen ins Team gerutscht sein, und zwar als Onlinedirektor. Die neue kaufmännische Direktorin Sissy Mayerhoffer, einzige Frau in der Chefetage, gilt als Zugeständnis an das bürgerliche Lager. Die SP-Betriebsräte im Stiftungsrat bediente Wrabetz mit dem Comeback von Peter Moosmann als Technikchef, obwohl sich ORF-Mitarbeiter mit einer Unterschriftenaktion dagegen wehrten. Relativ unumstritten sind lediglich die Direktoren Wolfgang Lorenz (Programm) und Elmar Oberhauser (Information). Prompt übt die Initiative SOS-ORF, die für eine Erneuerung des Rundfunks kämpft, Kritik: Die Plattform hätte sich "ein deutlicheres Zeichen der Unabhängigkeit erwartet".


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