SPIELPLAN

Kultur | Peter Fuchs | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Sehr müde, sehr satt: Die Kammerspiele, die Boulevardbühne der Josefstadt, zeigen "Mich hätten Sie sehen sollen" von Helge Thoma und Werner Schneyder. Eine Primadonna in Pension feiert runden Geburtstag. Für sie wird in einem Künstleraltersheim die Operette "Viktoria und ihr Husar" neu einstudiert, mit ihr in der Titelrolle. Diese Viktoria steht zwischen zwei Männern. Einen liebt sie, den anderen heiratet sie. Im wirklichen Leben stand die Primadonna ebenfalls zwischen den beiden Darstellern. Dieses Spiel im Spiel gerät altherrenwitzig. Die alten Theatergäule spielen nicht nur müde, sie scheinen es auch bei den Proben gewesen zu sein. Heribert Sasse versucht, die mäßig lustige Klamotte ironisch zu inszenieren, endet aber in altbackenen Operettenpositionen. Die nostalgische Künstlernabelschau wirkt eitel. Fritz Muliar singt "Unsere Zeit ist vorbei". Das Lied nimmt die Wendung "Aber wir sind immer noch da und machen weiter". So bitte nicht.

Sehr aufgeweckt, sehr hungrig: "Spürbar"


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