Unterwegs nach 9/11

Kultur | Andreas Dallinger | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

MUSIKTHEATER Mit "Saray // Mozart alla turca" wird im Schauspielhaus Mozarts "Entführung aus dem Serail" auf den Kopf gestellt.

Ein durch Fremdenfeindlichkeit verunstalteter Wahlkampf. Die nach vertretbaren Positionen tastenden Verhandlungen über den EU-Beitritt der Türkei. Die absichtlichen wie fahrlässigen Missverständnisse zwischen der westlichen und der islamischen Welt. - Aktuelle Bezugsebenen gibt es genug, um Mozarts "Entführung aus dem Serail" als Ausgangspunkt der Reflexion kultureller Klischees und Vorurteile heranzuziehen.

Das im Schauspielhaus mit dieser Aufgabe betraute türkisch-pakistanische Team hat die Geschichte auf den Kopf gestellt. Aus den europäischen Frauen, im Harem gefangen und den Bedrängungen muslimischer Männer ausgesetzt, wurden türkische Frauen, die im gegenwärtigen Österreich einem Rechtspopulisten und seinem fundamental-xenophoben Mitarbeiter ausgeliefert sind. Geschickt fokussiert der pakistanische Regisseur Ibrahim Quraishi vor dem Hintergrund


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